Die Lage ist ernst!

Foto der Aidshilfe: Vor dem Eingang zum Hinterhof sind Beachflags mit Logos der Aidshilfe
© Aidshilfe Heidelberg / Konfettikrake

Es ist kein Geheimnis, dass die kommunale Haushaltslage aktuell sehr angespannt ist.

Was heißt das für uns? Unsere Verträge mit der Stadt Heidelberg wurden, wie die der anderen sozialen Träger, gekündigt. Über die weiteren Förderungen werden im Finanzausschuss und in der Gemeinderatssitzung entschieden.

Unseren ersten Vertrag schloss die Stadt 1998 mit uns. Dieser Vertrag regelte die Zuschüsse, die wir für unsere Arbeit erhielten. Er ermöglichte es uns, für Heidelberger*innen mit HIV und ihre Familien da zu sein. Außerdem konnten wir unser vielfältiges Beratungs- und Testangebot zur sexuellen Gesundheit für alle Menschen sowie unsere Bildungsangebote für junge Menschen, Erwachsene und Fachkräfte kontinuierlich und bedarfsgerecht ausbauen. 
Und der Vertrag brachte noch etwas, was von unschätzbarem Wert ist: Planungssicherheit. Dank dieser war es möglich, Stellen von Fachkräften zu besetzen, die auch langfristig eingesetzt werden konnten. Nur so können Angebote geschaffen werden, die wirklich nachhaltig sind.

Wir haben bereits in der Vergangenheit schwere Entscheidungen treffen müssen. Manche sind sichtbar: Unser Checkpoint und einige Bildungsangebote wie die Schulworkshops sind nicht mehr kostenlos. Manche sind verdeckter: Wir haben Stellen nur teilweise nachbesetzt, so viele Kosten wie möglich reduziert und mehr Zeit in die Akquise von Spenden und Projektmitteln gesteckt.

All dies waren unvermeidbare Schritte, um zukunftsfähig zu bleiben. Dennoch reicht dies nicht: Die Stadt ist unsere größte Geldgeberin. Wir brauchen auch weiterhin diese Zuschüsse. Der Großteil unserer Angebote findet im Stadtgebiet statt und kommen direkt Heidelberger*innen zugute. Unsere Angebote werden genutzt, die Bedarfe sind da und können schon jetzt nicht voll bedient werden.

Bereits ein Erhalt der Mittel ist eine Kürzung, da Personal- und Sachkosten kontinuierlich steigen. Außerdem müssen wir aufgrund einer Eigenbedarfskündigung unsere Räumlichkeiten verlassen, was mit einem massiven Anstieg der Mietkosten einhergehen wird. Eine Kürzung der Stadt wird uns vor ernsthafte existentielle Schwierigkeiten stellen.

Was brauchen wir? Wir brauchen Planungssicherheit für 2027 und darüber hinaus. Wir brauchen einen Vertrag mit einer Dynamisierung, die zumindest den Status Quo erhält und nicht zum Stellenabbau zwingt.

Wir brauchen die Mitglieder des Gemeinderats: Wir wissen, dass viele von euch und Ihnen die Wichtigkeit unserer Arbeit sehen und uns zum Teil seit Jahren und Jahrzehnten unterstützen. Wir brauchen auch jetzt eure und Ihre Stimme. Für unseren aktivistischen Verein, die professionalisierte Geschäftsstelle, Menschen mit HIV und nachhaltige Prävention für alle Teile der Gesellschaft.

Wir brauchen euch alle: Redet über uns und unsere Anliegen – mit Menschen, die Entscheidungen treffen können und auch jenen, für die unsere Angebote wichtig sind. Wir freuen uns über jeden Support: Sichtbarkeit, Teilen von Beiträgen, Spenden, Mitgliedschaften. All das wird einen Teil dazu beitragen, dass wir auch langfristig bestehen können.

Danke an alle, die uns unterstützen. Das ist wertvoll!

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