HIV in Deutschland 2025
Alle Zahlen und Fakten
Achtung: Die HIV-Statistik wird immer im Herbst des Folgejahres veröffentlicht. An dieser Stelle stehen die Zahlen, die bisher schon bekannt sind. Diese werden mit neuen Veröffentlichungen ergänzt. Stand: 06/26
Ein paar Fakten im Überblick (Quelle: Epid Bull 26/2026):
Erstdiagnosen: 2025 wurden 3.152 gesicherte Erstdiagnosen gemeldet. Davon waren 73 % Männer und 27 % Frauen; es wurde keine Person mit dem Eintrag "divers" gemeldet. Dies stellt keine wesentliche Änderung zum Vorjahr dar.
Das Durchschnittsalter der Menschen mit Neudiagnosen lag bei 39 Jahren:
- 30 Erstdiagnosen gab es bei Menschen unter 18 Jahren und 124 bei Menschen über 65 Jahren
- Bei Männern wurden die meisten Erstdiagnosen im Alter von 25 bis 34 Jahre (30%) und bei Frauen zwischen 35 und 44 Jahre (36%) gestellt
Infektionswege: Bei 71% der Erstdiagnosen lagen Angaben zum Infektionsweg vor:
- 1.080 (34%) Männer durch Sex mit Männern: Diese zahl sank im Vergleich zum Vorjahr um 66 Fälle.
- 950 (30%) Menschen durch heterosexuellen Kontakt (68% Frauen / 32% Männer): Die Gesamtzahl sank um 16 Fälle, jedoch änderte sich die Verteilung (Männer: +4 / Frauen -19)
- 188 (6%) Menschen durch intravenösen Drogengebrauch: Die Zahl sank deutlich (-25%)
- 28 (1% ) Menschen während der Geburt: Die Zahl stieg wieder leicht an
- in 906 (29%) Fällen war der Übertragungsweg nicht ermittelbar
Herkunft: Bei 92% der Erstdiagnosen lagen Angaben zum Herkunftsland vor:
- 39% Deutschland (Zahl sank)
- 20% Osteuropa/Zentralasien (Zahl sank)
- 12% aus West- und Zentraleuropa (Zahl stieg)
- 12 % aus Subsahara-Afrika (Zahl sank)
- 7 % aus der Karibik und Lateinamerika (Zahl stieg)
- 5% aus Nordafrika und dem Nahen Osten (Zahl stieg)
- 4% aus Asien/Ozeanien (Zahl stieg)
- < 1% aus Nordamerika (Zahl sank)
Regionale Entwicklung der HIV-Erstdiagnosen: Es wurde in 10 Bundesländern eine Abnahme beobachtet und in 6 Bundesländern stieg die Zahl der Menschen mit HIV-Neudiagnose an.
- Die meisten Erstdiagnosen wurden aus Bayern (577 / Inzidenz: 4,36), Nordrhein-Westfalen (539 / Inzidenz: 2,99), Baden-Württemberg (408 / Inzidenz: 3,63), Niedersachsen (301 / Inzidenz: 3,76) und Berlin (239 / Inzidenz: 6,49) gemeldet.
- Die stärksten Anstiege wurden in Niedersachsen (+26) und Sachsen (+20) registriert
- Die Erstdiagnosen bei MSM sind um 66 Fälle gesunken. Regional gesehen fanden sich die stärksten Anstiege der absoluten Zahlen in Hessen (+19), Sachsen (+9) und Baden-Württemberg (+3).
HIV-Prophylaxe PrEP: Etwa 40.000 Menschen nutzen die PrEP. Diese Zahl stagniert. 79% der Nutzenden leben in Bundesländern mit Metropolregionen; davon allein 32% in Berlin.
- Neuinfektionen: 2024 infizierten sich etwa 2.300 Menschen neu mit HIV (+ 200 im Vergleich zum Vorjahr).
- 97.700 HIV-positive Menschen leben in Deutschland -> 92 % davon wissen von ihrer Infektion -> 98 % davon erhalten HIV-Medikamente -> 96 % davon sind erfolgreich behandelt (das heißt: HIV ist nicht mehr übertragbar)
- Aids: Etwa 32 % der Infektionen wurden mit einem fortgeschrittenen Immundefekt und etwa 18 % erst mit dem Vollbild Aids diagnostiziert. Die Mehrheit der Aids-Erkrankungen wird bei Menschen diagnostiziert, deren HIV-Infektion nicht bekannt war.
- In Baden-Württemberg gab es 388 neue Fälle, das Bundesland liegt damit auf Platz 3 aller Bundesländer (nach Inzidenz ist es Platz 8 gemeinsam mit Niedersachsen).
- Etwa 40.000 Menschen nutzen die medikamentöse HIV-Prophylaxe PrEP. Diese Zahl stagniert.
Notwendige Maßnahmen der Primärprävention: Die Zahlen zeigen, dass bisher noch nicht alle Zielgruppen gleichermaßen erreicht werden. Während MSM deutscher Herkunft in der Regel gut erreicht werden und deren Infektionszahlen bereits seit Jahren stark reduziert werden konnten, gibt es vor allem bei Menschen nicht-deutscher Herkunft und Menschen mit intravenösem Drogengebrauch Nachholbedarf:
- HIV-Test- und Präventionsangebote müssen alle Menschen, vor allem auch Menschen nicht-deutscher Herkunft besser erreichen; dazu braucht es die Bereitstellung zielgruppenspezifischer Angebote für Test und Prävention, Verfügbarkeit von Sprachmittlung und Zugang zur Versorgung für Menschen ohne Krankenversicherung
- Für Menschen mit intravenösem Drogengebrauch muss die Versorgung mit sterilen Injektionsutensilien und Opioidsubstitution sichergestellt sowie der regelmäßige niedrigschwellige Testangebote in Drogenhilfeeinrichtungen, durch aufsuchende mobile Angebote und in Haft ausgebaut werden.
HIV/Aids global (2025) (Quelle: UNAIDS):
- 2025 lebten weltweit 41 Millionen Menschen mit HIV. Davon sind 53 % Frauen und Mädchen.
- 1,2 Millionen Menschen infizierten sich neu mit HIV, davon 44 % Frauen und Mädchen.
- 570.000 Menschen starben im Zusammenhang mit ihrer HIV-Infektion.
- 88% wussten von ihrer HIV-Infektion; 5 Millionen Menschen wussten nichts von ihrer Infektion.
- 32,1 Millionen (78 %) hatten Zugang zu HIV-Medikamenten.
- 92 Millionen Menschen infizierten sich seit Beginn der Epidemie.
- 44,2 Millionen Menschen starben im Zusammenhang mit Aids seit Beginn der Epidemie.
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Alle Zahlen für Deutschland:
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Zum Vergleich:
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Studie „Positive Stimmen 2.0“ zur Lebenssituation von Menschen mit HIV in Deutschland (2020)
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