Das Problem fängt schon bei der Diagnose an

Artikel der Rhein-Neckar-Zeitung

19-12-01 RNZ Diagnose
© Rhein-Neckar-Zeitung, 2019

eit Jahrzehnten steht die Aids-Hilfe für die Rechte HIV-Infizierter ein. Sie berät, hilft und unterstützt Betroffene und deren Familien. Bis heute ist das noch bitter nötig: Ob im Berufsleben oder in der eigenen Familie – sobald eine HIV-Infektion bekannt ist, hat der Infizierte meist mit Vorurteilen und Diskriminierung zu kämpfen. Sogar beim Arzt. "Dabei sollten es doch ausgerechnet Ärzte besser wissen", meint Elke Adler. Die Mitarbeiterin der Aids-Hilfe lebt selbst seit Jahrzehnten mit der Diagnose HIV positiv. Sie sagt im Vorfeld des Welt-Aids-Tages am Sonntag: "Bei der älteren Generation, die den ersten Ausbruch und die Panik um Aids miterlebt hat, kann man die Vorurteile noch nachvollziehen. Aber bei den Jüngeren frage ich mich immer wieder: Wurde der richtige Umgang mit HIV-Infizierten einfach nicht gelehrt?"

Als HIV-Infizierter werde man bei vielen Ärzten oft hintangestellt – oder ganz abgewiesen. Dabei steht es dem Patienten rechtlich frei, ob er Auskunft über seine Infektion erteilt. Ein Test auf HIV ist auch nur mit der Einwilligung des Patienten möglich. Oft wird nicht nur dieses Recht ignoriert. Edeltraud Berberich hat es selbst miterlebt. Ihr Sohn Dirk hat die "Bluterkrankheit" – und wurde schon als Kind bei einer Behandlung mit dem HI-Virus infiziert.