Covid-19: Menschen mit HIV und schwerem Immundefekt können früher geimpft werden

Meldung der Deutschen Aidshilfe

21-04-01 Corona-Impfung
© www.aidshilfe.de, 2021

Menschen mit HIV gehören bei der Corona-Impfung zur Gruppe mit der Prioritätsstufe 3 („erhöhte Priorität“). Wenn das Immunsystem bereits stark geschädigt ist, können sie jedoch auch Prioritätsstufe 2 („hohe Priorität“) zugeordnet werden.

Diese wichtige Information betonen in einer gemeinsamen Erklärung die Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (dagnä), die Deutsche Arbeitsgemeinschaft HIV- und Hepatitis-kompetenter Apotheken (DAH2KA) und die Deutsche Aidshilfe (DAH).

Laut Impfschutzverordnung (§3.2j) können Ärzt*innen die Zugehörigkeit zur Prioritätsstufe 2 nämlich auch bescheinigen, wenn „im Einzelfall ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf“ besteht. Dies ist bei Patient*innen mit schwerem Immundefekt der Fall. Ob die Klausel greift, lässt sich dabei laut der Erklärung der Fachorganisationen von bestimmten Laborwerten, nämlich der Zahl der CD4-Helferzellen, ableiten.

„Es ist wichtig, dass sowohl Ärzt*innen als auch Patient*innen von dieser Regelung wissen, damit dringend notwendige Impfungen auch wirklich so früh wie möglich erfolgen können“, sagt Armin Schafberger, Medizinreferent der Deutschen Aidshilfe.

Ob nun Priorität 2 oder 3: HIV-Patient*innen, die sich impfen lassen wollen, benötigen eine ärztliche Bescheinigung. Darin wird die Diagnose HIV nicht genannt. Bescheinigt wird lediglich die Berechtigung, sich mit hoher oder erhöhter Priorität impfen zu lassen.