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Der Schrecken ist weg (von Frau Eismann-Knorr; CDU)

Ich möchte Sie auf wenig populäres Thema aufmerksam machen, das in der letzten Zeit aus dem Blickwinkel der Öffentlichkeit geraten ist: Die Immunschwächekrankheit AIDS.

Vor kurzem habe ich mit meinen Fraktionskollegen Werner Pfisterer MdL, Ernst Gund, Heinz Reutlinger sowie Staatssekretärin Johanna Lichy MdL und Dr. Karl A. Lamers MdB wieder die AIDS-Hilfe Heidelberg e.V. besucht, und was dort zu erfahren war, ist alarmierend. In Baden-Württemberg gibt es nur drei AIDS-Hilfe-Verbände, dabei stieg laut Vereinsleiterin Heidi Emling die Zahl AIDS-Kranken letztes Jahr erstmalig wieder. Das lässt sich offenkundig darauf zurückführen, dass sich vermehrt Menschen durch ungeschützten Verkehr anstecken. Ein weiteres Indiz ist die sprunghaft steigende Zahl von Teenager-Schwangerschaften. Wie kann das sein? Bei Jugendlichen ist eine verstärkte Risikobereitschaft auszumachen, AIDS wird als Gefahr unterschätzt. 

Erschreckend ist auch, dass viele Jugendlichen glauben, die tödliche Krankheit lasse sich durch moderne Medizin wirksam bekämpfen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Es gibt Anzeichen, dass der Virus immer stärker wird; denn er lässt sich heute schlechter bekämpfen als noch vor einigen Jahren. Der Virus stellt sich auf die Medikamente ein, und so hat ein heute erkrankter junger Mensch eine noch niedrigere Lebenserwartung als jemand, der vor zehn Jahren erkrankte. Es ist besorgniserregend, dass junge Menschen die Gefahr auf die leichte Schulter nehmen; verwunderlich ist es vielleicht nicht. Denn wer heute 16 Jahre alt ist, hat das böse Erwachen Ende der 80er Jahre nicht erlebt, dem eine große Aufklärungswelle folgte: Der Schrecken ist weg.

Das Wort "AIDS" ist heute etwas, was ab und zu auftaucht, wovon sich aber niemand mehr betroff en wähnt. Wir brauchen eine neue Aufklärungskampagne, die konkret und greifbar ist; wenn Betroffene in den Schulen ihr Leiden vorstellen, dann wird AIDS aus dem Raum einer
abstrakten Gefahr und in das Bewusstsein der Schüler gerissen. Wir brauchen die Hilfe der Medien, die auf die Krankheit hinweisen - ohne tagesaktuelle Hysterie. Vor allem brauchen wir mehr Menschen, die sich in Vereinen wie der AIDS-Hilfe Heidelberg engagieren, die sie finanziell unterstützen oder eine ehrenamtliche Arbeit übernehmen. 

Problematisch ist hier, dass eine Arbeit im Tierheim in der Öffentlichkeit begrüßt wird, ein Engagement in der AIDS-Hilfe aber zu Misstrauen führt: "Hast Du denn keine Angst, Dich dabei anzustecken?" Sie sehen, es gibt immer noch viel zu viele Irrtümer über die Krankheit und wie sie sich verbreitet. Wer für die AIDS-Hilfe arbeitet, muss keine Angst haben. Angst müssen alle haben die meinen, der Virus existiere nicht: Nur Vergessen ist ansteckend. 

Darum bitte ich Sie: Helfen Sie mit, spenden Sie ein wenig Geld (AIDS-Hilfe Heidelberg e.V., Kontonummer: 7870, Sparkasse Heidelberg, BLZ: 672 500 20) oder - genauso wichtig - spenden Sie ein wenig Ihrer Zeit für die AIDS-Hilfe in der Unteren Neckarstraße 17 (Tel. 161700, http://www.aidshilfe-heidelberg.de). Klären Sie junge Menschen über die Gefahren auf, denn sonst gefährden wir unsere Zukunft. / Artikel aus dem Stadtblatt Ausgabe Nr. 23 vom 02. Juni 2004

 

 

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Stand: 13. Dezember 2004