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Aids-Hilfe steht mit dem Rücken zur Wand (von Ingeborg Salomon) Die Aids-Hilfe steht mit dem Rücken zur Wand. "Unsere finanzielle Situation ist total ausgereizt, und es ist katastrophal, jetzt noch nicht zu wissen, ob die Haushaltssperre kommt oder nicht", erklärt Heidi Emling von der Aids-Hilfe. Zur Erinnerung: in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause diskutierte der Gemeinderat die sogenannte "Giftliste" mit Einsparungsvorschlägen der Verwaltung. Da im laufenden Haushalt der Stadt 8,9 Millionen Euro fehlen, muss ein Großteil dieses Defizits durch "strukturelle Verbesserungen" eingespart werden, wie die "Giftliste" offiziell heißt. Doch will der Gemeinderat über die einzelnen Posten erst nach Vorliegen der Steuerschätzungen von Bund und Land, also nach dem, 30. September, entscheiden; dass das bei vielen Einrichtungen, die auf die Zuschüsse der Stadt angewiesen sind, große Unsicherheit hervorruft, leuchtet ein. Betroffen sind Institutionen aus allen Bereichen, so auch die Aids-Hilfe. Heidi Emling und Rainer Schick von der Aids-Hilfe haben sich jetzt in einem offenen Brief an Oberbürgermeisterin und Gemeinderat gewandt, um auf die finanzielle Misere des gemeinnützigen Vereins aufmerksam zu machen. Bereits zu Jahresbeginn hat die Stadt im Zuge der "globalen Minderausgaben" die Zuschüsse für die Aids-Hilfe um 1632 Euro gekürzt; im Mai kam eine Kürzung durch das Land Baden-Württemberg hinzu, die mit 1000 Euro zu Buche schlägt. Eigenmittel bringt die Aids-Hilfe vor allem durch Bußgelder und Spenden auf, doch auch hier kam es zu massiven Einbrüchen. "Die Spenden sind enorm zurück gegangen, und die Bußgelder verteilen sich jetzt auf deutlich mehr Antragsteller", so Heidi Emling. Flossen im Jahr 2002 stattliche 25 828 Euro in die Kassen der Aids-Hilfe, rechnet der Verein dieses Jahr mit einem deutlichen Einbruch, so dass bei Bußgeldern und Spenden zusammen hochgerechnet 10 000 Euro fehlen werden. Nun muss die Aids-Hilfe auch noch mit einer Haushaltssperre durch die Stadt in Höhe von 8,21 Prozent rechnen, das wären zusätzlich 6926 Euro. "Um am Jahresende den Verein nicht in eine Schuldenkrise zu treiben, muss die Gesamtsumme in Höhe von knapp 18 000 Euro eingespart werden", heißt es in dem Schreiben an OB und Gemeinderat. Da die Aids-Hilfe laut Landeshaushaltsordnung keinerlei Rücklagen bilden darf, stehen auch keine Mittel zum Ausgleich des Defizits zur Verfügung. Da nicht viel Zeit bleibt, das Finanzloch zu stopfen, sind in in allen Arbeitsbereichen des Vereins bereits drastische Einschnitte erfolgt. Die drei hauptamtlichen (Teilzeit-) Mitarbeiter gingen mit gutem Beispiel voran und kürzten sich ihre Gehälter um jeweils fünf Prozent. "Die Arbeit bleibt natürlich die gleiche", unterstreicht Heidi Emling. Arbeitsrechtlich ist diese Kürzung ohnehin ein Unding, da die Arbeitsverträge der beiden Sozialpädagogen bereits seit zehn Jahren bestehen. Außerdem verzichteten die Angestellten auf rund ein Drittel der vertraglich zugesicherten Supervision und reduzierten auch die arbeitsbegleitende Supervision für die knapp 40 Ehrenamtlichen. "Wir können aber Aus- und Fortbildung unserer Ehrenamtlichen nicht ganz streichen; wer mit Aidskranken und HIV-positiven Menschen arbeitet, braucht diese Stütze", unterstreicht Heidi Emling. Auch die Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit wurde deutlich reduziert, ein Schritt, der sich leicht kontraproduktiv auswirken kann. Trotz aller Probleme wird die Aids-Hilfe mit ihrer Arbeit weitermachen und bereitet zur Zeit viele neue Aktionen rund um den Welt-Aids-Tag am 1.Dezember vor; wer ein neues Fördermitglied oder einen Spender ab 30 Euro wirbt, nimmt an einer Verlosungsaktion teil. Hauptgewinn ist ein Abendessen und eine Übernachtung für zwei Personen im "Schnookeloch". INFO: Spenden sind willkommen auf das Konto der Aids-Hilfe Konto. Nr. 7870, Sparkasse Heidelberg, BLZ 672 500 20. Informationen unter www.aidshilfe-heidelberg.de oder unter Telefon 16 17 00. (Quelle: RNZ vom 05.09.03)
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