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In Jahr 2006 gab es für die Aidshilfe Heidelberg sehr viel zu feiern, denn wir wurden 20 Jahre! Welche Höhepunkte, Besinnliches, Nachdenkliches und Parties aus diesem Anlass wir veranstalten sehen sie hier. Die überaus erfolgreiche Sternengala mit Frl. Wommy Wonder werden wir auch in 2007 wieder im Theater der Stadt Heidelberg präsentieren.

 

20 Jahre AIDS-Hilfe Heidelberg e.V. - Das sind wir!

Peter Spuhler - Indendant der Städtischen Bühne (c)Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der AIDS-Hilfe Heidelberg, liebe ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

im gleichen Maße, wie es vermeintlich ruhig bei uns geworden ist um das Thema AIDS, gibt die Situation eigentlich Anlass zu stark gesteigerter Beunruhigung. Auf der einen Seite ist es hier, in der ersten Welt, nicht gelungen, die Zahl der Neuinfektionen dauerhaft zu senken und die AIDS-Aufklärung und Prävention in einer Weise zu verankern, dass gerade für Jugendliche, Safer Sex eine Selbstverständlichkeit ist. Im Gegenteil, in den letzten Jahren steigt die Zahl der HIV-Infektionen wieder – das sollte ein Warnzeichen für uns sein. Gleichzeitig wird AIDS in der dritten Welt zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem in Ausmaßen, die für uns fern jeder Vorstellungskraft liegen. 

An meiner vorherigen Wirkungsstätte habe ich von meinen Vorgängern gelernt, dass es ein guter Brauch ist, das Theater einmal im Jahr der AIDS-Hilfe für eine Gala zur Verfügung zu stellen – um gleichzeitig der Arbeit der AIDS-Hilfe einen möglichst großen Rahmen zu geben. Diesen Brauch möchte ich gerne mit nach Heidelberg bringen. Auch als Zeichen des Respekts vor der wichtigen Arbeit, die die Mitarbeiter der AIDS-Hilfe das ganze Jahr hindurch leisten. Deswegen ist es mir auch eine Ehre, im zwanzigsten Jahr ihres Bestehens die Schirmherrschaft über das Jubiläum angetragen zu bekommen. Sehr gern übernehme ich sie – in der Hoffnung, damit ein wenig dazu beizutragen, die Wichtigkeit dieser Einrichtung öffentlich zu unterstreichen! 

Vielen Dank! 

Peter Spuhler, Intendant der Städische Bühne 

 

Plakat zur Robert Schumann Serenade"Robert Schumann - Serenade" 
 
In diesem Jahr  2006 blickt das Team der Heidelberger AIDS-Hilfe e.V. stolz auf dessen 20-jähriges Bestehen zurück. Dies ist Anlass genug, dafür zu danken, zu gedenken und zu feiern.
 
Hierzu bot - neben vielen anderen Aktionen - auch das BENEFIZ - Konzert mit einer "Robert Schumann - Serenade" am Sonntag, den 17.09.2006  mit GABRIELE  SOYKA , Alt und KENICHI SHINOMIYA am Flügel im Theater im Augustinum bestens Gelegenheit.
 
Eine Verbindung zwischen dem Komponisten Robert Schumann (1810 - 1856) und dem Jubiläum der AIDS Hilfe e.V.  besteht nicht nur darin, dass dieses Jahr 2006 auch das Gedenkjahr der 150. Wiederkehr des Todestages von Robert Schumann ist (wie ebenfalls das von Heinrich Heine dessen Gedichte Robert Schumann u.a. in dem Zyklus " Dichterliebe " so unnachahmlich vertonte ); sondern wir wissen inzwischen auch, dass sein kurzes Leben  (er wurde nur 46 Jahre alt) schon bald durch die Folgen einer früh erworbenen Geschlechtskrankheit (= LUES, die zu einer fortschreitenden Hirnparalyse führte) gezeichnet und in jammervoller Weise - er zerfiel regelrecht zu einem psychischen Wrack - zu seinem viel zu frühen schrecklichen Ende gebracht wurde.
 
In unseren Tagen ist das HIV - Virus mit seinen tödlichen Folgen durch die Krankheit "AIDS" zum Schrecken ganzer Landstriche Afrikas und Südamerikas, ja der ganzen Menschheit geworden. Impfseren gibt es noch nicht - trotz intensivster Forschungen -, Therapien in gewissem Umfang sind möglich., scheitern aber oft noch an fehlendem finanziellen Mitteln bzw. skrupellosen Geschäftemachern. Über Infektionswege aufzuklären ( gerade auch in Schulen ), das Thema zu enttabuisieren, sich für Hilfen jeglicher Art einzusetzen bzw. anzubieten, Veranstaltungen zu organisieren sich um Spenden zu bemühen usw., dafür sieht sich die AIDS Hilfe in der Pflicht. Sie dabei nach Kräften zu unterstützen, dazu hat dieser BENEFIZ - Liederabend erfolgreich beigetragen.

 

Unsere Gedenkstätte auf dem Bergfriedhof (c) RieglerGedenkstätte auf dem Bergfriedhof

Über 20 Jahre HIV, über 20 Jahre AIDS! Angst, Verzweiflung, Trauer und Abschied von lieben Menschen… 

Anlässlich des 20. Jubiläums der AIDS-Hilfe Heidelberg wollen wir der Menschen gedenken, die durch HIV & AIDS viel zu früh von uns gegangen sind. 

Gedenktafel auf dem Stein (c) RieglerAngehörige, Partnerinnen und Partner, Freundinnen und Freunde waren   eingeladen zur Einweihungsfeier der Gedenkstätte auf dem Bergfriedhof in Heidelberg. 

Im kleinen, aber feierlichen Rahmen, mit musikalischer Begleitung  - Norman Gribben Gesang, begleitet vom Barbara Amman, Saxophon und Prof. Peter Schneider, Kontrabass - haben wir die Gedenkstätte am Wochenende gemeinsam mit dem Verein AIDS & Kinder einweiht, als einen Ort der Erinnerung und der Trauer für alle Menschen, die wir in den letzten 20 Jahren durch HIV & AIDS verloren haben. Ein Platz der Stille, in Liebe und Dankbarkeit für die kostbare Zeit, die uns mit ihnen beschieden war.  

Steine mit den Namen der Verstorbenen können an der Gedenkstätte niedergelegt werden....Die Angehörigen, Partnerinnen und Partner, Freundinnen und Freunde hatten die Möglichkeit, Steine mit den Namen der Verstorbenen um den Gedenkstein zu legen. 

Steine und BlumenDie Steine wurden von uns liebevoll beschriftet, eigene Steine konnten mitgebracht werden. Auch in Zukunft dürfen Steine dort niedergelegt werden - damit wächst und lebt ein Mahnmal gegen das Vergessen.

 

Es hätte niemals geschehen dürfen. Und dennoch geschah es. Es ist zum Weinen, und du weinst denn auch. Herzzerreißend. Tränen sind deine einzige Ausdrucksform.

Aber danach: tue etwas damit. Gib deinem Kummer eine Funktion, mache ihn produktiv, lass ihn zu irgendwas nütze sein.

Kummer - du kannst dadurch innerlich wachsen. Dadurch klüger, menschlicher werden. Empfindlicher für den Kummer eines Menschen. Und wer weiß, vielleicht regt er dich zu Protest an gegen alles, was Kummer verursacht.

Rote Schleife auf dem Gedenkstein (c) Riegler

 

Hier ist nicht nur der Wein aus Gummi -

(c) JOEGemeinsam für mehr Aufklärung und Prävention in Sachen Aids: Dieter Bischoff und Karl-Heinz Riegler von der Aids-Hilfe, Intendant Peter Spuhler sowie Marion und Jürgen vom Zuckerladen (v.l.). Ein Schaufenster erinnert an das 20. Jubiläum der Aids-Hilfe. Foto: Joe

Von Ingeborg Salomon

Was haben die Aids-Hilfe und der Zuckerladen in der Plöck 52 gemeinsam? Bei beiden spielt Gummi eine große Rolle. Blöder Witz? Nein, die Gemeinsamkeiten gehen sogar noch weiter: beide feiern dieses Jahr 20. Geburtstag. Deshalb haben Jürgen und Marion, Inhaber des legendären Zuckerladens, und die Aids-Hilfe Heidelberg jetzt eine gemeinsame Aktion gestartet und eins der Schaufenster zum Thema "Aids" gestaltet.

Drei Schaufensterpuppen, Vater, Mutter, Kind stehen da, wie Gott sie schuf, bekleidet nur mit etwas weißem Stoff, Alu und den roten Schleifen der Aids-Hilfe. Verstreut im Schaufenster liegen Dutzende kleiner Kondombriefchen, drinnen gibt' s dann jede Menge Weingummi. "Gefühle schützen" heißt das Motto, deshalb ist auch alles in den Farben Schwarz, Rot und Weiß gehalten. "Weiß wie die Reinheit, Rot wie die Liebe, Schwarz wie der Tod", erklärt Jürgen.

Aufklärung ist wichtig

Es ist nicht die erste spektakuläre Schaufenster-Aktion, Jürgen und Marion engagieren sich seit Jahren für soziale Randgruppen wie Obdachlose oder HIV-Infizierte. Die Spendendosen gehören in dem originellen Laden ebenso zum Inventar wie die Aids-Schleifchen, obwohl Jürgen da gerade eine schlechte Erfahrung machen musste. "Neulich hat jemand die beiden Spendendosen einfach geklaut", empört er sich.

Mit Karl-Heinz Riegler und Dieter Bischoff von der Aids-Hilfe ist sich das Ehepaar darin einig, dass Aufklärung über Aids heute wichtiger ist denn je. "Vielen Jugendlichen machen sich überhaupt keine Gedanken mehr über Aids, obwohl die Zahl der Infektionen im letzten Jahr deutlich gestiegen ist", so Riegler. Da im Zuckerladen immer viele junge Menschen sind, sei es sehr sinnvoll, das Thema Prävention hier aufzugreifen, so Jürgen. Zwar sei Aids heute mit neuen Medikamenten behandelbar, aber immer noch nicht heilbar. "Die Aids-Hilfe versucht weiter der Diskriminierung von Betroffenen entgegenzuwirken und durch Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit zu informieren", unterstreichen Riegler und Bischoff.

Einer, der dazu ebenfalls seinen Beitrag leisten will, ist der Intendant der Städtischen Bühne, Peter Spuhler. "In Tübingen ist es guter Brauch, dass das Theater jährlich zum Welt-Aids-Tag der Aids-Hilfe gehört", berichtet Spuhler. Dieser Tradition will er auch in Heidelberg treu bleiben; deshalb steht am 1. Dezember eine große Aids-Gala auf dem Programm. Spuhler hat die Schirmherrschaft übernommen und trat gestern auch gleich noch spontan dem Förderverein bei.

Der braucht nämlich dringend Geld, denn in den 20 Jahren des Bestehens der Aids-Hilfe ist zwar das Arbeitspensum der Mitarbeiter deutlich gestiegen, nicht aber die öffentlichen Mittel. Vor 20 Jahren haben acht schwule Männer die Aids-Hilfe Heidelberg in der Altstadt gegründet, heute ist aus diesem Selbsthilfeverein eine Beratungsstelle mit drei Angestellten, 50 Ehrenamtlichen sowie 70 Förder- mitgliedern geworden. Neben psychosozialer Betreuung und sozialrechtlicher Beratung bietet die Aids-Hilfe verschiedene Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige, schult Multiplikatoren und leistet Aufklärungsarbeit in Schulen. Dafür muss sie 40 Prozent der Finanzen selbst aufbringen.

INFO: Für Spenden hat die Aids-Hilfe das Konto 78 70 bei der Sparkasse Heidelberg, BLZ 672 500 20 (c) RNZ vom 20.04.06

 

Aktion "Gefühle schützen" vom Heidelberger Zuckerladen

Jürgen vom Zuckerladen (c) Riegler      "Gefühle schützen" (c) Riegler 

Als langjähriger Unterstützer der Aidshilfe hat sich Jürgen vom Heidelberger Zuckerladen bereit erklärt, sein Schaufenster, das jeweils einen aktuellen Anlass präsentiert, der AIDS-Hilfe zu widmen, um darauf hinzuweisen, dass AIDS immer noch aktuell ist, und jeden angeht!!! 

Zuckerladen bei Nacht (c) Riegler      Nachts ist das Schaufenster weithin sichtbar (c) Riegler 

 

Tolles Geburtstagsgeschenk für die AIDS-Hilfe

Dr. Schuster, Elke Adler, Gerhard Gruber und Dr. Restle (v. l.n.r.)Die AIDS-Hilfe Heidelberg e.V. konnte sich über ein tolles Geburtstagsgeschenk anlässlich ihres 20jährigen Bestehens freuen. Bei einem Besuch am 25.01.2006 in Heidelberg überreichte Herr Dr. Hans-Peter Restle, Stiftungsvorstand der Löffler von Puxhausen-Stiftung, einen Scheck über 5000 EURO. Begleitet wurde er von Herrn Dr. Dieter Schuster, Stiftungsrat und Arzt in der HIV/AIDS-Schwerpunktpraxis in Mannheim. 

Das Vorstandsmitglied der AIDS-Hilfe Herr Gerhard Gruber und die Mitarbeiterin für Prävention mit Schulklassen und Jugendgruppen Frau Elke Adler nahmen das Präsent hocherfreut entgegen. Sie bedankten sich sehr herzlich und betonten, dass dieses sehr großzügige Geburtstagsgeschenk als Ausdruck der Anerkennung der Leistungen der AIDS-Hilfe Heidelberg e.V. in der Präventionsarbeit gegen HIV/AIDS verstanden wird. Es sei gleichzeitig eine Ermutigung, diese Bemühungen verstärkt fortzusetzen, gerade auch bei Jugendlichen. Das Robert-Koch-Institut in Berlin musste für das vergangenen Jahr für Deutschland nach Jahren der Stagnation erstmals wieder eine Zunahme von Neuinfektionen feststellen - und zwar eine massive Steigerung um 30% innerhalb eines Jahres! 

Diskussion über die Situation von JugendlichenDie Präventionsarbeit wird daher für die AIDS-Hilfe Heidelberg e.V. nach wie vor eines ihrer Arbeitsschwerpunkte bleiben. Frau Elke Adler freut sich schon auf all die Jugendlichen, die sie im Jahr 2006 im Rahmen von Präventionsveranstaltungen in Schulklassen oder Jugendgruppen besuchen wird. Und möglicherweise gibt es auch in diesem Jahr ergänzende Veranstaltungen, die SchülerInnen und Jugendliche auf andere Art für das Thema HIV/AIDS sensibilisieren. Wie etwa die sehr gut besuchte Ausstellung "Positive Briefe" von Jürgen Schütz in der Neuen Pädagogischen Hochschule im Jahr 2005 oder Aufführungen zum Thema HIV/AIDS von eingeladenen Jugendtheatergruppen wie in den Jahren zuvor - organisiert von der AIDS-Hilfe Heidelberg e.V. für SchülerInnen und Jugendliche in Heidelberg und der Metropolregion Rhein-Neckar.

 

Eröffnungsveranstaltung am 20.01.06: Vortrag zum 70. Todestag von Federico García Lorca - "Linien zu Person und Werk" in der Buchhandlung Himmelheber; Gastredner war Werner Altmann, dazu las Florian Kaiser Gedichte und Texte. 

Zahlreiche interessierte Zuhörer      Werner Altmann rezitiert aus seinem Buch "Der Schmetterling, der nicht fliegen konnte"  

Florian Kaiser liest Gedichte von Lorca      Günther überreicht Frau Himmelheber als Dank einen Blumenstrauss             

Frau Himmelheber spendiert den Gästen Wein       Zufriedene Gesichter überall...

Buchtipp: Werner Altmann-  Der Schmetterling, der nicht fliegen kann. Männerschwarmskript
Oktober 2002 - Taschenbücher - 240 S., ISBN: 3-935596-29-4

 

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Stand: 04. Mai 2007